Anerkennungskultur im Engagement: Warum Wertschätzung den Unterschied macht

Stoffbeutel mit Aufschrift "Engagiert mit Herz"

Engagementpolitischer Austausch eröffnet neue Perspektiven

Warum beenden Menschen ihr freiwilliges Engagement – und was können Engagementfördernde tun, um sie langfristig zu halten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der jüngste engagementpolitische Austausch der lagfa Schleswig-Holstein am 18. Juni 2026, der gemeinsam mit dem Kompetenzteam Engagement des Paritätischen veranstaltet wird. Mehr als 20 Teilnehmende aus Stiftungen, Verbänden, Freiwilligenagenturen und weiteren engagementfördernden Organisationen kamen digital zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen.

Ausgangspunkt der Diskussion war die Beobachtung, dass viele Engagierte ihr Ehrenamt nicht aufgrund fehlender Motivation beenden, sondern weil sie im Laufe ihres Engagements negative Erfahrungen machen. Fehlende Wertschätzung, unklare Erwartungen, Konflikte oder Überforderung können dazu führen, dass Menschen sich zurückziehen. Manchmal nicht nur aus einer konkreten Aufgabe, sondern dauerhaft aus dem freiwilligen Engagement.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand daher die Frage, welche Rolle eine gelebte Anerkennungskultur spielt. Die Teilnehmenden waren sich einig: Wertschätzung zeigt sich nicht allein in Auszeichnungen oder Dankesveranstaltungen. Sie beginnt im Alltag: durch eine offene Kommunikation, verlässliche Ansprechpersonen, ehrliches Interesse an den Bedürfnissen der Engagierten und die Möglichkeit, Grenzen zu setzen. Selbstfürsorge und Abgrenzung wurden als wichtige Voraussetzungen benannt, damit freiwilliges Engagement langfristig Freude bereitet und nicht zur Belastung wird.

Diskutiert wurde außerdem, welche Handlungsmöglichkeiten Engagementfördernde in Kommunen und Organisationen haben. Deutlich wurde, dass sie eine wichtige Rolle dabei spielen, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, Konflikte frühzeitig aufzugreifen und Engagierte individuell zu begleiten. Gerade Kommunen können dazu beitragen, eine Kultur der Anerkennung zu stärken und Engagement nachhaltig zu fördern.

Literaturtipps

Nächster Engagementpolitischer Austausch im September

Der engagementpolitische Austausch bietet den Mitgliedern der lagfa SH regelmäßig Raum, aktuelle Herausforderungen der Engagementförderung gemeinsam zu diskutieren, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Das Format ist eine Kooperation der lagfa Schleswig-Holstein mit dem Kompetenzteam Engagement des Paritätischen SH.

Der nächste engagementpolitische Austausch findet am 17. September 2026 von 11:00 bis 12:00 Uhr statt. Dann steht das Thema „NGOs unter Druck – Demokratisch positionierte Engagementförderung in Zeiten antidemokratischer Bedrohungen“ im Mittelpunkt.

Themenwünsche für kommende Veranstaltungen können jederzeit an Alexandra Hebestreit (hebestreit@lagfa-sh.de) gesendet werden.