Einsamkeit im Alter: Neue Studie zeigt, was jetzt wirklich hilft

Alte Frau guckt nachdenklich aus dem Fenster

Soziale Teilhabe im Alter stärkt nicht nur Einzelne, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes Einsamkeit im Alter betrifft viele Menschen in Schleswig-Holstein. Sie wirkt sich auf Gesundheit, Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe aus. Gleichzeitig gibt es bereits zahlreiche engagierte Initiativen, die Begegnung schaffen und Unterstützung anbieten. Doch wie gut erreichen diese Angebote diejenigen, die sie am dringendsten brauchen? Und was braucht es, um Einsamkeit wirksam vorzubeugen? Eine neue Studie liefert dazu jetzt wichtige Antworten und konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen, Organisationen und Ehrenamt. Wie die Studie entstand Die Untersuchung wurde im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt. Beteiligt waren Wissenschaftler*innen des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität zu Lübeck, unter anderem Prof. Dr. Katja Götz und Prof. Dr. Jost Steinhäuser. Ausgangspunkt war die Diskussion über neue Unterstützungsstrukturen für ältere Menschen. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass es zwar bereits zahlreiche Angebote gibt (etwa Dorfkümmer*innen oder Pflegestützpunkte) deren Wirkung und Reichweite jedoch noch besser verstanden und miteinander vernetzt werden müssen. Ein zentraler Impuls war daher die Forderung nach einer fundierten Ist- und Bedarfsanalyse, um Doppelstrukturen zu vermeiden und bestehende Initiativen gezielt zu stärken. Zentrale Ergebnisse auf einen Blick Die Studie bestätigt: Einsamkeit ist kein Einzelfall. Besonders Menschen ab 75 Jahren sind gefährdet. Gründe sind unter anderem der Verlust sozialer Kontakte, eingeschränkte Mobilität oder gesundheitliche Herausforderungen. Gleichzeitig wird deutlich: Schleswig-Holstein verfügt bereits über viele starke Strukturen. Besuchsdienste, Nachbarschaftsinitiativen, Mehrgenerationenhäuser und ehrenamtliche Projekte leisten wertvolle Arbeit. Die Herausforderung besteht weniger darin, neue Angebote zu schaffen, sondern bestehende sichtbarer, zugänglicher und besser vernetzt zu machen. Bestehende Angebote stärken statt neu erfinden Aus den Ergebnissen lassen sich klare Handlungsfelder ableiten: 1. Früher hinschauen und handelnMenschen, die von Einsamkeit bedroht sind, sollten frühzeitig angesprochen werden, etwa durch Hausärzt*innen, Nachbarschaft oder Ehrenamt. 2. Multiplikator*innen stärkenEngagierte, Fachkräfte und Organisationen brauchen gezielte Schulungen, um Einsamkeit zu erkennen und passende Unterstützung anzubieten. 3. Angebote sichtbar machenViele Hilfen sind vorhanden, werden aber nicht ausreichend wahrgenommen. Öffentlichkeitsarbeit und Information sind entscheidend. 4. Vernetzung ausbauenKommunen, Vereine, Wohlfahrtsverbände und Ehrenamtliche müssen noch enger zusammenarbeiten. Eine Aufgabe für uns alle Einsamkeit im Alter ist kein individuelles Versagen, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung. Politik, Kommunen, Zivilgesellschaft und Engagementstrukturen sind gemeinsam gefragt. Die Studie zeigt: Es gibt viele gute Ansätze. Jetzt kommt es darauf an, sie weiterzuentwickeln und Menschen miteinander zu verbinden. Als Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Schleswig-Holstein setzt sich die lagfa Schleswig-Holstein dafür ein, Engagement zu stärken und Teilhabe zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Studie sind dabei ein wichtiger Impuls für die Praxis. Wie können Sie in Ihrer Kommune Einsamkeit im Alter vorbeugen? Welche Rolle spielt Ehrenamt dabei? Und wie lassen sich bestehende Angebote besser vernetzen? Entdecken Sie in der Studie konkrete Ideen für Ihre Arbeit vor Ort. Gemeinsam können wir Einsamkeit reduzieren und soziale Teilhabe im Alter stärken.

Neue Förderrichtlinie vom Land Schleswig-Holstein veröffentlicht

Fahne gestreift vor blauem Himmel in den Farben Schleswig-Holsteins (blau, weiß, rot)

Neues Förderprogramm im Rahmen der „Gesamtstrategie Ehrenamt“ Mit der neuen Richtlinie unterstützt das Land Schleswig-Holstein ab 1. Januar 2026 gezielt den Auf- und Ausbau engagementfreundlicher Strukturen im kommunalen Raum. Gefördert werden Projekte, die Ehrenamtliche vor Ort stärken, vernetzen und besser unterstützen. Wer kann einen Antrag stellen? Antragsberechtigt sind Gemeinden, Gemeindeverbände, Ämter und Zweckverbände in Schleswig-Holstein. Die Fördermittel können ganz oder teilweise an Vereine, Verbände oder andere rechtsfähige Organisationen weitergeleitet werden. Nicht rechtsfähige Initiativen können über eine geeignete Träger- oder Treuhandstruktur eingebunden werden. Die Antragstellung erfolgt jeweils über die Kommune. Was wird gefördert? Gefördert werden Personal- und Sachausgaben für Projekte zur Stärkung des Ehrenamts, z. B.: Wie hoch ist die Förderung? Wichtige Voraussetzungen Fristen und Verfahren Anträge sind beim Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung einzureichen. Ein vorzeitiger Maßnahmebeginn ist frühestens einen Monat nach Antragseingang möglich – auf eigenes Risiko, da kein Rechtsanspruch auf Förderung besteht. Geltungsdauer Die Richtlinie gilt vom 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2030 und ersetzt mehrere bisherige Ehrenamtsförderrichtlinien.

Nun ist es offiziell! Gründung der lagfa SH

Am 20. April haben wir uns mit fast 20 Netzwerkmitgliedern in Rendsburg getroffen und die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen offiziell gegründet. Bei bestem Wetter und bester Stimmung unterschrieben die Gründungsmitglieder die Geschäftsordnung des Netzwerks. Im Anschluss wurde dann auch gleich die erste Mitgliederversammlung abgehalten und eine Steuerungsgruppe gewählt. Nun geht es los mit der (Weiter-)Entwicklung des Arbeitsprogramms, weiteren Veranstaltungen und der Vernetzung mit den vielen Freiwiligenagenturen und Partner*innen im Land. Hier gehts zur Pressemitteilung.

Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt gegründet

Die von Vielen lang ersehnte Stiftung für Engagement und Ehrenamt wurde nun gegründet und nimmt ihre Arbeit auf. Die Stiftung versteht sich als bundesweite Servicestelle besonders für Engagement im ländlichen Raum und strukturschwachen Regionen und will mit Rat und Tat (und Geld?) zur Seite stehen. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf der Digitalisierung liegen. Themen, die uns in Schleswig-Holstein bewegen also. Mit dem Gründungsvorstand hat man sich absolute Fachleute ins Boot geholt: Katarina Peranić kennen bestimmt einige aus dem Vorstand der Stiftung Bürgermut. Jan Holze war bisher der Geschäftsführer der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern. Wir sind gespannt, wie die Stiftung für Schleswig-Holstein unterstützen wird und freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Vorstellungsrunde: Dörte Peters aus dem Sozialministerium

Hallo und guten Tag, mein Name ist Dörte Peters, ich koordiniere seit Anfang 2020 im Sozialministerium die Maßnahmen und Aktivitäten der Engagementstrategie Schleswig-Holstein. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit den Freiwilligenagenturen und der lagfa sh.  Für Ende März 2020 war eine Auftaktveranstaltung zur Engagementstrategie Schleswig-Holstein geplant, diese musste aufgrund der Corona Pandemie abgesagt werden. Nun gibt es einen digitalen Auftakt, in dem alle Akteur*innen und Referent*innen per Video zu Wort kommen und erste Vorhaben vorstellen. Eröffnet wird das Video durch den Sozialminister Dr. Heiner Garg. Sie finden den Film und weitere Informationen zur Engagementstrategie hier. Viel Spaß dabei. Herzstück der Engagementstrategie sind große und kleine Veranstaltungen, Vernetzungstreffen und Austausch Foren. Solange noch keine Präsenzveranstaltungen möglich sind, werden wir auf digitale Formate zurückgreifen. Das Förderprogramm zur Engagementstrategie wird gut nachgefragt, erste Bescheide sind erteilt und so entstehen ab der zweiten Jahreshälfte neue lokale Anlaufstellen für das Ehrenamt. Weitere Anträge sich möglich. Das Engagementportal engagiert-in-sh.de hat im Zusammenhang mit der Engagementstrategie einen neuen „Look“ bekommen. Machen Sie sich gern selbst ein Bild…..

Vorstellungsrunde: Alexandra Hebestreit vom nettekieler Ehrenamtsbüro

Ich bin Alexandra Hebestreit und leite seit 2014 das nettekieler Ehrenamtsbüro, die Freiwilligenagentur in der Landeshauptstadt Kiel. Das nettekieler Ehrenamtsbüro wurde 2006 auf Initiative mehrerer freiwillig engagierter Kieler*innen gegründet. Träger ist die Kreisarbeitsgemeinschaft  der freien Wohlfahrtsverbände Kiel e.V. und wir werden über Zuwendung der Stadt Kiel, mit Unterstützung des jobcenters Kiel finanziert. Unsere Aufgabe ist es, bürgerschaftliches Engagement in seiner Vielfalt zu stärken und seine Bedeutung für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen, in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Wir beraten und vermitteln Engagement-Interessierte in alle gesellschaftlichen Bereiche, generationsübergreifend und kostenfrei.  Wir kooperieren mit Vereinen, Initiativen, Kirchengemeinden und anderen Einrichtungen, die dem Gemeinwohl verpflichtet sind und freiwillig Engagierte suchen. Wir planen und unterstützen Projekte zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, organisieren Veranstaltungen rund um das Thema Engagement und initiieren und unterstützen lokale und regionale Vernetzungen zur Förderung des freiwilligen Engagements. Das nettekieler Ehrenamtsbüro hat derzeit vier haupt- und 16 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen. Wir bemühen uns schon seit vielen Jahren um eine engere Vernetzung der Vertreter*innen der unterschiedlichsten Engagement Strukturen in Schleswig-Holstein. Umso mehr freue ich mich, dass es nun durch finanzielle Unterstützung des Sozialministeriums SH gelungen ist, mit Svenja Mix eine erfahrene und zudem sehr gut vernetzte Kollegin für die Landesarbeitsgemeinschaft zu gewinnen. Ich freue mich sehr auf die enge Zusammenarbeit und darauf, der lagfa nun endlich ein festes Fundament und ein klares Profil geben zu können, mit dem unsere Vernetzung im Land gefördert und Unterstützung und Ausbau von Engagementstrukturen vorangetrieben werden können.